| |
| |
Gretsch-Schlagzeug aus der 125th Anniversary-Serie: Progressive Jazz - RB125-J404-CG
Foto: © Gretsch |
|
|
|
|
|
|
|
|
125 Jahre Gitarren und Schlagzeuge von Gretsch
Im Jahre 1883 gründete Friedrich Gretsch, ein deutscher Einwanderer aus Mannheim, im New Yorker Stadtteil Brooklyn die Firma Gretsch. Hier hatte er sich auf die Fertigung von Banjos, Tamburine und Trommeln spezialisiert. Gretsch brachte grundlegende Kenntnisse der traditionellen deutschen Gitarrenbauweise mit nach Amerika und erzielte - dank der hohen Qualität seiner Instrumente - mit der Zeit beachtliche Verkaufserfolge. Denn die Instrumente bestachen vor allem durch einen außergewöhnlichen Klang, der sofort zu identifizieren war. Leider verstarb Friedrich Gretsch schon zwei Jahre nach Firmengründung (1885), so dass sein Sohn Fred den Betrieb übernehmen musste.
Mit der Zeit wurde die Firma Gretsch immer erfolgreicher und lieferte seine hochwertigen Musikinstrumente – hauptsächlich Gitarren und Schlagzeuge – in die ganze Welt. Im Jahr 1916 wurde dann aufgrund der wachsenden Größe des Unternehmens der Umzug in ein zehnstöckiges Gebäude im New Yorker Bezirk Williamsburg zwingend notwendig. Von dort aus konnte man der ständigen Nachfrage nach immer spezialisierteren Gitarren gerecht werden: So waren beispielsweise die Akustikgitarren von Gretsch besonders bei den Country&Western-Musikern populär.
Auch im Schlagzeug-Bereich entwickelte sich das Unternehmen weiter: 1918 erfand Fred Gretsch den mehrlagigen Trommelkessel, heute Standard-Element jedes Schlagzeuges. In den dreißiger Jahren wurde dann das Stimmen der Trommel von Gretsch revolutioniert: Das Gretsch/Gladstone 3-Way Tuning System ermöglicht das Stimmen von Schlag- und Resonanzfell von oben.
Die Blütezeit der Gretsch-Gitarren war, sowohl was Qualität als auch Popularität anbelangt, die Zeit von 1955 bis 1965 unter der Leitung von Fred Gretschs Söhnen Fred Jr. und William »Bill«. Mit dem »Endorsement« von Chet Atkins konnte Gretsch den führenden Marken Fender und Gibson erfolgreich entgegentreten. Wie diese beiden Branchenriesen verlegte sich auch Gretsch immer mehr auf die Produktion von elektrisch verstärkten Gitarren. Gretsch-Gitarren wurden in dieser Zeit von vielen Rockabilly-Gitarristen gespielt, deren Vorbilder z.B. Eddie Cochran, Cliff Gallop, (Gitarrist bei Gene Vincent) und nicht zuletzt Elvis Presley waren.
Als George Harrison von den Beatles 1963 als Werbeträger und Benutzer von Gretsch-Gitarren gewonnen werden konnte, befand sich das Unternehmen auf dem Höhepunkt. Der Absatz des Gitarrenmodells »Country Gentleman«, das von ihm während des ersten Beatles-TV-Auftritts in der »Ed-Sullivan-Show« gespielt wurde stieg danach, innerhalb eines Jahres, von etwa 50 auf über 2000 Stück. Immerhin sahen diesen Auftritt am 9. Februar 1964 schätzungsweise 73 Millionen Amerikaner.
Erfolgreiches TV-Marketing verzeichnete Gretsch weiterhin mit der Ausstattung der Gruppe The Monkees mit Gitarren und Schlagzeug, die in der gleichnamigen Serie ab 1966 wöchentlich zu sehen war. Für den Gitarristen Michael Nesmith wurde eigens eine Gitarre des Modells „Country Gentleman“ als zwölfsaitige Gitarre entwickelt, weil er den bluesig-nasalen Gretsch-Klang dem poppigen Sound einer Rickenbacker-Gitarre bevorzugte. Rickenbacker war bisher das einzige Unternehmen gewesen, welches zwölfsaitige Gitarren hergestellt hatte.
Ebenso waren die Schlagzeuge von Gretsch bei Jazz- und Rockdrummern wie z. B. Tony Williams (Miles Davis), Charlie Watts (Rolling Stones) und Phil Collins (Genesis) sehr gefragt. Eine der Gretsch-Schlagzeuglinien, »Broadkaster«, war namensgleich mit der ersten Solidbody-E-Gitarre (»Broadcaster«) des berühmten Konkurrenten Leo Fender, der den Namen daraufhin in »Telecaster« ändern musste.
Nachfolge-Probleme führten 1967 zum Verkauf von Gretsch an die Baldwin Piano Company als Tochterunternehmen. Sparmaßnahmen minderten die Instrumentenqualität und Brände in den 70er Jahren brachten Baldwin 1981 schließlich zur Aufgabe des Unternehmens.
Der heutige Firmeninhaber Fred W. Gretsch, Bill Gretschs Sohn, kaufte die Firma 1984 zurück, um die große Familientradition zusammen mit seiner Ehefrau Dinah fortzuführen. Neuauflagen früherer Gitarren-Modelle galten inzwischen als Klassiker und wurden fortan in Japan hergestellt. Im Rahmen des Rockabilly Revivals in den 80er Jahren band man den Gitarristen der Stray Cats, Brian Setzer, in einem Endorsement-Vertrag an die Firma und profitierte so erfolgreich vom neuen Trend.
Mittlerweile werden Produkte von Gretsch über Fender (dem einstigen Konkurrenten) vertrieben und die Produktpalette stetig erweitert. Gretsch Drums werden seit den 1980er Jahren in Savannah, Georgia gebaut. Die Gretsch-Familie betätigt sich weiterhin im Schlagzeug-Bereich und konnte einige bekannte Künstler mit Endorsement-Verträgen an sich binden.
Kontakt
Fred Gretsch Enterprises, Inc.
www.gretsch.com
|
|
|
top^^
|
|
|